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Geschichte Schaumwein

Schaumwein und seine Geschichte

Sekt hat in Deutschland eine lange Tradition. Die ersten Versuche, Schaumwein herzustellen sind erstmals im Jahr 1544 aus Frankreich erwähnt. Wer damit in Deutschland angefangen hat, lässt sich nicht genau sagen. Die Köpfe streiten sich, ob es 1764 Mönche in einem Kloster oder ob es 1790der Kellermeister Peter Gimble anlässlich eines Kostümfestes des Mainzer Kurfürsten gewesen war. Auf jedem Fall muss es so um den Zeitdreh gewesen sein.

Das Prickeln und der Schaumwein faszinierte die Menschen aber schon von Anbeginn der Weinzubereitung. Neben Ledersäcken und Schläuchen wurden seit jeher Töpfe, Kannen und Fässer zum Aufbewahren von Weinen benutzt. In den nördlichen Weinbaugegenden wurden bereits zu Zeiten Christi Bottiche aus Holz zum Gären des Mostes benutzt. Vorerst wurden diese mit hölzernen Reifen aus Weiden oder Kastanienholz gebunden. Später, als das Material Eisen erschwinglich wurde, wurden dieses vorteilhaft bei Transportfässern benutzt.
Wenn solche Weine im Spätherbst mit einem Eichenspund verschlossen wurden, und der Kälte des Spätherbstes ausgesetzt waren, kam die Gärung fast zum Stillstand. Man konnte so eine Weile einen prickelnden, schäumenden und süßen Wein zapfen.
Die Methode der ersten Gärung war nicht unüblich und erfreute die Menschen gegen Ende des Mittelalters.

Im 17. Jahrhundert waren dann die Vorraussetzungen geschaffen, dass Glasflaschen Einzug in die Weinindustrie hielten. Glasflaschen konnten zwar schon im Altertum hergestellt werden, allerdings waren diese nicht zu bezahlen. Es blieb jedoch wirtschaftlicher, Wein über größere Entfernungen, weiterhin in Fässern zu transportieren, und diesen Wein erst vor Ort abzufüllen. Die leeren Glasflaschen wurden von einer Glashütte der Gegend bezogen, und erst im Verbrauchergebiet abgefüllt.
Weine, die im Winter transportiert und am Zielort abgefüllt wurden, waren nicht immer vollständig vergoren. Sobald es nun etwas wärmer wurde, setzte eine zweite Gärung ein. Das entstehende Kohlendioxid reichte aus, um die Stopfen aus der Flasche schießen zu lassen, oder gar die Flasche zu sprengen. Hierbei kam es zu erheblichen Unfällen, sowie Weinverlusten. Meist wurden ganze Füllungen zerstört.
Das Schäumen eines Weines galt ursprünglich als Makel. (Vergleichen kann man es mit einem schäumenden Obstsaft heutzutage). Die Hauptursache für diesen „fehlerhaften“ Wein lag in einem relativen kühlem Klima der Champagne, wo die Gärung mit Einbruch des Winters unterbrochen wurde und eine zweite Gärung im Frühling begann. Viele Mönche haben damals einen Großteil ihres Lebens damit verbracht, die sich daraus ergebende Bläschenbildung zu bekämpfen. Man konnte sich nicht erklären, woher diese Bildung kam, noch vermochte man sie gewollt zu wiederholen.
Trotzdem erfreuten sich die wenigen Flaschen, welche das Desaster überlebten, einer gewissen Beliebtheit und erhielten zunehmend mehr Beifall vom jeweiligen Besitzer. Solche Zufälligkeiten brachten es mit sich, eine absichtliche Wiederholung stattfinden zu lassen, mit dem Wunsch nach einem schäumenden, prickelnden Wein.

Es ragen sich viele Legenden, wann und vor allem wer mit dieser absichtlichen Wiederholung anfing.
Dom Perignon wird von fast allen Schaumweinherstellern zum Erfinder des schäumenden Champagnerweines benannt, und wird deshalb oft geehrt und verehrt. In Wahrheit aber hatte dieser mit der Erfindung des schäumenden Weines nicht zu tun. Dom Perignon hatte zwar Kenntnise über dieses Verfahren, er selber verachtet dieses nach seinem Empfinden als „unwürdige und modische Entgleisung.“
Dom Perignon’s großer Verdienst war die Bedeutung des Vermischen von Wein, um diesen mit konstanter Qualität anbieten zu können. Ihm war es möglich, durch dieses Verfahren, Unterschiede in den verschiedenen Jahrgängen auszugleichen.
Um 1700 sind erste Anzeichen aus der Champagner zu verzeichnen, dieses zunächst zufällige Produkt gezielt und methodisch weiterzuentwickeln. Man erhoffte sich hierdurch neue Absatzmöglichkeiten. Zwei Tatsachen standen den Herstellern jedoch noch im Weg. Die erste war, weiter oben schon erwähnt, der Flaschenbruch. Es war nicht möglich zu errechnen welcher Zuckergehalt erforderlich war um einen gewissen CO2 Druck zu erzeugen. Das zweite Problem bestand darin, die verbliebene Hefetrübung zu entfernen.
Die Ursache der alkoholischen Gärung war zum derzeitigen Zeitpunkt noch unbekannt.

1687 wurden die Hefepartikel unter einem Mikroskop nicht erkannt
1789 hielt man diese für unbedeutend
1803 wurden die Hefen als rein chemischen Vorgang angesehen.
1837 erkannten Ch. Cagniard de Latout, Fr. Kützing und Th. Schwan unabhängig voneinander die Hefe als Ursache der alkoholischen Gärung.

Erst 1865 nahm die Praxis allmählich Notiz von diesen Erkenntnissen, und um 1880 entwickelten Emil Christian Hansen, Hermann Müller-Thurgau, Julius Wortmann, Karl Kroemer und Hugo Schanderl sowie viele andere bis zum heutigen Stand weiter.

Erst E. Manceau legte 1902 den Grundstein zur heutigen Technik,der Méthod Champenoise– mit der Anwendung von Reinzuchthefen und der Flaschengärung.

Schon etwa um 1860 machte man sich Gedanken, die sehr aufwendigen Arbeitsvorgänge der Schaumweinherstellung zu mechanisieren. Hierbei wurden nicht nur Gedanken auf sog. Hilfsmaschinen gerichtet.Man kam auch auf die Idee die Schaumweingärung nicht in vielen kleinen Flaschen zu vollziehen, sondern in einem grossen Gefäss. 1856 wurde solch Behälter mit 3200 Liter Fassungsvermögen das erste Mal versuchsweise in der Champagne eingesetzt. Da die Konkurrenzangst allerdings zu groß war und die Technik noch nicht ausgereift, wurde solch Überlegungen schnell wieder verworfen.
Erst um 1930, mit der Erfindung von Filtern, die unter Druck arbeiten, wurden diese Gedanken wieder aufgenommen. 1936 war dann die Wiedergeburtsstunde des Großraum-, und des Tankgärverfahrens. Diese Gedanken wurden in Deutschland sowie in Frankreich ziemlich gleichzeitig wieder aufgenommen.
Die nach dem zweiten Weltkrieg ansteigende Nachfrage aus allen Industrieländern und der gleichzeitig wachsende Wettbewerb führten zu enormen Weiterentwicklungen der Verfahren und Apparaturen für die Herstellung von Schaumwein sowie Perlwein. Die Verfahren wurden soweit entwickelt , dass die Schaumweine weitgehendst vollautomatisiert hergestellt werden und zu keiner Zeit mehr mit der Hand angefasst werden müssen.
Dank dieser Techniken ist es uns heutzutage möglich, Perlwein / Schaumweine von hoher Qualität bei günstigem Preisniveau zu genießen. Doch bitte tun Sie sich auch mal den Gefallen und versuchen einen Schaumwein von einem kleinem Haus. Manchmal bergen gerade diese von Hand gemachten Schaumweine ihre Überraschungen. Ob es die Liebe zum Produkt ist, konnte uns bisher noch kein Winzer sagen.