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Sekt Steuer

Sekt und seine Steuer

Sekt ist nicht nur beim Verbraucher bliebt, sondern auch der Fiskus schenkte ihm seine Aufmerksamkeit.
Eingeführt wurde die Sektsteuer 1902 zur Finanzierung der Kriegsflotte Kaiser Wilhelms II. Die Flotte gibt es längst nicht mehr, die Sektsteuer ist uns aber erhalten geblieben, wenn auch in einer wechselnden Form.

1909 erfanden dann die Whilhelminischen Politiker mit der Staffelsteuer die Quadratur des Kreises. Für eine Flasche Sekt die unter 4 Mark gehandelt wurde, betrug die Steuer 1 Mark. Für eine Flasche Sekt die über 5 Mark gehandelt wurde, betrug die Steuer 3 Mark. Dieses hatte zur Folge das der Verbraucher nur noch die am wenigsten besteuerten Sektflaschen kaufte. Wenn sich der deutsche Bürger mal etwas gutes gönnen wollte, griff er zum damaligen Champagner. (welcher damals nicht wie heute nur aus der Champagne kommen durfte) So erschienen im Export immer mehr die günstigen Sektflaschen und Champagner eroberte immer mehr die Welt.

Nach dem ersten Weltkrieg kamen schwere Zeiten auf die deutsche Sektindustrie zu. Die guten und günstigen Weine aus dem Gebiet Elsass-Lothringen standen nicht mehr zur Verfügung und die Bezeichnung Cognac und Champagner für deutsche Produkte wurden verboten. Während der Wirtschaftskrise gingen die Verkaufszahlen immer weiter runter und der gesamten Branche stand der Ruin bevor. So ist es verständlich das gefordert wurde, die Sektsteuer aufzuheben. 1933 war es dann soweit und das NS-Regime hob die Sektsteuer auf.
Allerdings hatte sich zu beginn des zweiten Weltkrieges die Sektindustrie wieder soweit erholt, daß die Einführung eines Kriegszuschlages von 1 Reichsmark pro Flasche zu keiner Besorgnis erregender Umsatzeinbußen führte. 1941 wurde auf 3 Reichsmark erhöht. Während des zweiten Weltkrieges kamen aber andere Probleme auf. Die Verknappung der Rohstoffe stellte auch die Sektindustrie auf die Probe. Da es zu wenig Flaschen und Korken gab, wurde die Glasproduktion eingestellt. Der Bedarf an Grundwein konnte jedoch nach wie vor aus deutschem Lande gedeckt werden.

Obwohl mit der Währungsreform 1948 und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 die wesentlichen Grundlagen für einen Neuaufbau der deutschen Wirtschaft geschaffen worden waren, ging der langsam einsetzende Aufschwung zunächst noch an der Sektindustrie vorbei. Hauptgrund hierfür war wieder einmal die Sektsteuer. Der Kriegszuschlag von 3,- Reichsmark je Flasche wurde weiter erhoben (Wiederaufbausteuer) und bei der Währungsreform 1948 voll aufgewertet. Dies hatte für die deutsche Sektkellerei, soweit sie überhaupt noch produzieren konnte, katastrophale Folgen.
Die Lage der Sektkellerein änderte sich schlagartig, als ab November 1952 der Kriegszuschlag durch eine Schaumweinsteuer in Höhe von 1,- DM pro 1/1 Flasche ersetzt wurde. Das Wirtschaftswunder „Sekt“ nahm seinen Lauf.

Der Erfolg hält bis heute an, wenn auch gestört durch die Steuererhöhung in den Jahren 1996 auf 1,50 DM und 1982 auf 2,- DM. Die Bemühungen der Europäischen Union um die Harmonisierung der Verbrauchersteuern in der Gemeinschaft geben Anlaß zur Hoffnung, daß spätestens mit Einführung des Euro die deutsche Schaumweinsteuer endlich fällt.